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Theo-Hespers-Stiftung e.V.

"Die Erneuerung der
Lebensverhältnisse
ist aber nur dann praktisch
durchführbar, wenn ihr eine
neue Gesinnung zu Grunde liegt."
Theo Hespers 1938

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Grafik Deutsche Landschaft 1937

 

Ihr werdet, hoffe ich, noch einmal die neue schöne Zeit erleben, nach der ich mich immer sehnte, und in einem glücklichen Volk, friedlich, gesättigt und froh leben. Ich wünsche es allen Menschen."
Theo Hespers

Als der Mönchengladbacher Widerstandskämpfer diese Worte aufschrieb, war er im holländischen Exil und hoffte auf eine bessere Zukunft. Statt auf der Flucht vor der Nazi-Diktatur zu sein, wünschte sich Theo Hespers in einem demokratischen Deutschland leben zu können. Für den politisch Verfolgten blieb dieses Glück nur ein unerfüllter Traum. Am 9. September 1943 vollstreckte der NS-Staat in Berlin-Plötzensee ein gegen Hespers “im Namen des Deutschen Volkes” verhängtes Todesurteil. Der Volksgerichtshof hatte den gebürtigen Mönchengladbacher der Vorbereitung zum Hochverrat und des Landesverrats für schuldig befunden und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Vorangegangen war ein Prozess, in dessen Verlauf dem Angeklagten niemals die Chance auf eine faire Verteidigung gegen diese Anklage blieb. Das nationalsozialistische Unrechtsregime entledigte sich mit aller Härte und Grausamkeit eines politischen Gegners, der seit 1933 auf der Flucht vor der Gefangennahme durch die NS-Schergen in den Niederlanden war und von dort, seit 1940 im Untergrund, für ein demokratisches Deutschland gekämpft hatte

Als BürgerInnen eines glücklichen Volkes, das schöne Zeiten erleben darf, empfinden sich die meisten Deutschen auch in dieser Zeit sicherlich nicht. Hinter uns liegt ein krisenhaftes Jahr, das ganz im Zeichen der Covid-19-Pandemie stand. Viele Menschen plagen Ängste um ihre Gesundheit und vor einer ungewissen Zukunft. Manche Probleme, die sich bereits vor der Krise zeigten, sind in ihrer Folge deutlicher hervorgetreten. Unsere Gesellschaft scheint durch die Erfahrung der Pandemie noch mehr gespalten zu sein, als sie es bisher bereits war. In diesen Tagen stehen sich GegnerInnen und BefürworterInnen der in Bund und Ländern verordneten Corona-Schutzmaßnahmen teilweise unversöhnlich gegenüber. In den sozialen Medien werden Verschwörungstheorien geteilt, die unsere demokratischen Grundsätze in Frage stellen. Manche nehmen für sich in Anspruch, ihre Überzeugung rechtfertige den Einsatz von Gewalt. Wir müssen feststellen, dass der Widerstand gegen das Unrechtssystem des Nationalsozialismus instrumentalisiert wird, um die eigene politische Position zur alleinigen Wahrheit und sich selbst zum Opfer zu stilisieren, während der politische Gegner als Täter und Lügner diskreditiert wird.

Schuesse auf Synagoge in Halle 2Noch andere Erfahrungen belasten uns in dieser Zeit. Wir erleben erneut in diesem Land, dass jüdische MitbürgerInnen um ihre Sicherheit fürchten müssen, politisch sowie rassistisch motivierte Morde geschehen, eine rechtsextreme Partei in deutschen Parlamenten rassistisches, antisemitisches und antidemokratisches Denken hoffähig macht und das öffentliche Zeigen von nationalsozialistischen sowie rechtsextremen Symbolen kaum noch ein Tabubruch ist. Eine von Hass und Verachtung geprägte Sprache hat Eingang in politische Auseinandersetzungen und das Miteinander insgesamt gefunden. Oft fehlt der Respekt gegenüber dem Andersdenkenden. Gewaltfantasien in den sozialen Medien führen gar zu Gewaltexzessen auf der Straße.

Angesichts dieser Gegenwart scheint es noch drängender zu sein, sich zu fragen, wie wir in diesem Jahr den 27. Januar begehen sollten. Wie erinnern wir uns am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, an 12 Jahre NS-Diktatur, Kriegsverbrechen und Völkermord in deutschem Namen? Wie geben wir der Erinnnerung und dem Gedenken einen würdevollen und angemessenen Platz in unserer Gesellschaft, in unseren Erzählungen und unserer Selbstvergewisserung?

Schuesse auf Synagoge in HalleDie deutsche Erinnerung an den Nationalsozialismus, den Holocaust und den 2. Weltkrieg hat längst ihre eigene wechselvolle Geschichte. In der alten Bundesrepublik reicht sie von einer Phase der Verdrängung und Verleugnung nach 1945 über den Beginn einer zögerlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld bis zu einer aktiven und bewussten Erinnerungskultur, die in anderen Ländern gar als vorbildhaft gelobt wird. Ausdruck dessen ist auch der Jahrestag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, der seit 1996 bundesweit gesetzlich verankert ist und am 27. Januar, dem Tag der Befreiung der wenigen Auschwitz-Überlebenden durch die Rote Armee im Jahr 1945, begangen wird. Die Menschen aus der ehemalige DDR lebten bis 1990 in einem Staat, der jede Verantwortung und Haftungspflicht für die Verbrechen des Nationalsozialismus ablehnte und daher keine aktive Vergangenheitsbewältigung betrieb. Heute teilen die meisten Menschen in Deutschland die Überzeugung, dass es so etwas wie den Nationalsozialismus und den Holocaust nie wieder geben darf - eine Überzeugung, die auch das Resultat einer aktiven, in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens betriebenen Erinnerungsarbeit ist.

Theo content 100px Der Widerstandskämpfer Theo Hespers ist eines der vielen Opfer des Naziregimes, dessen Wirken und Ermordung nicht in Vergessenheit geraten darf. Wer sich zum Widerstand gegen Nazideutschland entschied, wusste um die Gefahren. Es braucht Heldinnen und Helden, um sich gegen ein Regime zu stellen, das nicht davor zurückschreckt, jeden seiner Gegner zu vernichten. Verfolgung, Folter, KZ-Haft und Ermordung Andersdenkender waren die brutalen, menschenverachtenden Mittel, mit denen das nationalsozialistische System in Deutschland seit 1933 seine Macht aufrechterhielt.

Der Mut Theo Hespers und vieler anderer zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Terrorregime kann uns Vorbild sein. Es sollte uns Mahnung sein, dass es in Deutschland einmal diesen Mut zum Widerstand brauchte. Mit Recht ist der Begriff Widerstand in der heutigen Bundesrepublik ein hohes Gut und wird mit Blick auf die nationalsozialistische Vergangenheit positiv assoziiert. In diesem Sinne ging das "Recht auf Widerstand" in Artikel 20 des Grundgesetzes ein. Die BundesbürgerInnen dürfen Widerstand gegen den Staat leisten, wenn die Demokratie bedroht wird.

Screenshot Sturm Reichstag TageschauDie aktuellen Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern, wie Maskenpflicht und Ausgangsbeschränkungen, bringen Menschen zum Protest auf die Straße. Sie berufen sich auf dieses Widerstandsrecht, bezeichnen die Pandemie-Verordnungen als Ermächtigungsgesetze, glauben in einer Diktatur zu leben und sehen sich in ihrem Protest in der Tradition von Nazidiktatur-WiderstandskämpferInnen wie der mutigen Sophie Scholl. Wer so argumentiert sollte bedenken: Auch wenn Menschen in dieser Gesellschaft manchmal Unrecht zugefügt wird oder sich mancher ungerecht behandelt fühlt - wir leben nicht in einem Unrechtssystem, sondern genießen die Privilegien eines solchen demokratischen Staatswesens, das sich Theo Hespers unter der Nazi-Herrschaft herbeisehnte. Die Bundesrepublik gewährt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Für widerständlichen Protest wird in diesem Land niemand verhaftet, in Lager gesperrt, gefoltert oder gar ermordet. Wer sein verfassungsmäßig garantiertes Recht erstreiten will, kann bis zum Verfassungsgericht gehen. Alle mündigen BundesbürgerInnen können in freien Wahlen die Partei wählen, die ihre politische Position vertritt. Jede und jeder kann sich in den Medien eigener Wahl frei und unabhängig informieren. Wir sehen aktuell in anderen Ländern, wie Belarus, China oder Saudi-Arabien, was es bedeutet, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung der BürgerInnen von Seiten des Staates im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten wird. Die Deutschen kennen es auch aus ihrer eigenen Geschichte. In einem Interview der Süddeutschen Zeitung vom 29.12.2020, in dem Gesine Oltmanns zu ihrem Widerstand 1989 gegen das DDR-Regime in Leipzig befragt wird, gibt die Bürgerrechtlerin denen zu bedenken, die unterstellen, das derzeitige Deutschland sei eine Diktatur:

"Ich weiß, was es heißt in einer Diktatur zu leben und Widerstand zu leisten. Zu DDR-Zeiten wurde mein Bruder verhaftet, weil er fünf Ausgaben des Spiegels an Freunde verteilt hat. Dafür musste er zweieinhalb Jahre ins Gefängnis".

Screenshot Sturm auf den Reichstag 2020 Bericht der FAZ-RedaktionDie Demokratie rechtfertigt und ermöglicht zwar Protest und zivilen Ungehorsam, doch keine Gewalt. Wer sein Demonstrationsrecht in Anspruch nimmt, muss auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Wer auf einer Demonstration die Anwesenheit von so genannten ReichsbürgerInnen, Neo-Nazis und Rechtsextremen in Kauf nimmt und sich nicht distanziert, sollte sich fragen, welcher Schaden der Demokratie zugefügt wird. Wer PressevertreterInnen angreift und in ihrer Arbeit behindert, versucht Meinungen zu unterdrücken, die nicht der eigenen entsprechen. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das wissen die Deutschen aus ihrer Geschichte. Widerstand wird dann zur Pflicht, wenn der Staat diese nicht mehr gewährt. Solange die Bürger in Deutschland ihre Meinung frei äußern dürfen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen, sollten sie dieses Recht schützen, bewahren und nutzen - um miteinander im Gespräch zu bleiben oder wieder miteinander in den Austausch zu kommen. Statt die Meinung des anderen zu diskreditieren und zu verunglimpfen, sollten wir kritisch gegenüber der eigenen "Wahrheit", der eigenen Position bleiben und gegenüber dem Dialog mit Menschen anderer politischer Meinungen offen sein. Menschenwürde, Toleranz, friedliche Verständigung und Wahrhaftigkeit sind die Grundpfeiler unserer Demokratie. Hass, Hetze, Lügen und Gewalt vergiften unser demokratisches Miteinander. Sie beschädigen unser verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf Meinungsfreiheit.

Die eigenen Überzeugungen immer wieder überprüfbar zu machen und zu überprüfen, kann auch leitend für unsere Erinnerungsarbeit sein. In seinem Aufsatz "Zur Zukunft der Erinnerung" bezeichnet Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Erinnerung als "Metapher für die kritische, handlungsorientierte Auseinandersetzung mit den negativen Horizonten eigener Geschichte". Im Verständnis von Knigge entsteht ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein, indem wir anhand von Quellen und Überlieferungen an die Vergangenheit immer wieder neue Fragen stellen, sie immer wieder neu erforschen und erschließen. Auf diese Weise sei es möglich, so Knigge, "die extreme Geschichte des 20. Jahrhunderts als unermessliches Reservoir für eine ebenso plastische wie konkrete Auseinandersetzung mit allen Formen politisch, gesellschaftlich und kulturell verursachter Menschenfeindlichkeit, ihren Keimformen und ihren Folgen" zu begreifen. Ein so verstandenes aktives Erinnern habe in Deutschland entscheidend dazu beigetragen, dass die Bundesrepublik zu den negativen Erfahrungen der Vergangenheit ein zivilisatorisches Gegenmodell entwickeln konnte. Wenn wir uns heute erinnern und dabei gleichzeitig auf die Geschichte unserer Erinnerung zurückblicken, erkennen wir, so formuliert es Knigge, die "Entfaltung einer Geschichte der Zivilität". Der Blick in die Vergangenheit zeigt für die Gegenwart, dass sich die Menschen im heutigen Deutschland - trotz aller Sorgen und Probleme, trotz mancher Ungerechtigkeit, trotz der Notwendigkeit zur Kritik und manchmal auch zum zivilen Ungehorsam - glücklich schätzen können, in einem demokratischen Staat zu leben. Angesichts einer weltweiten Bedrohung der Demokratie lehren uns die negativen Erfahrungen des Nationalsozialismus einmal mehr wie wichtig es ist, die demokratische Kultur zu stärken und demokratische Errungenschaften nicht als selbstverständlich hinzunehmen. Ein aktives Zurückblicken ist damit auch ein Projekt für die Zukunft mit dem Auftrag, unser gemeinsames zivilisatorisches Gegenmodell zum nationalsozialistischen Unrechtsregime zu bewahren und im besten demokratischen Sinne weiterzuentwickeln.

Gladbacher Haus der Erinnerung e.V. (https://ghe-mg.de/)

Jutta Finke-Gödde (Stellv. Vorsitzende)

 

Dennis & Kim

Audio Polit-Novella "Denis und Kim"

Audio-Polit-Novela

Eine Liebesgeschichte in 12 Folgen

Kein Sex mit Nazis? Die 17-jährige Kim, seit einiger Zeit in rechtsextremen Kreisen unterwegs, und der ebenfalls 17-jährige Dennis, Gymnasiast mit gänzlicher anderer Weltanschauung, verlieben sich Hals über Kopf. Die Geschichte nimmt ihren Lauf … Eine Audio-Novela der Bundeszentrale für politische Bildung.

 Logo Bundeszentrale für politische Bildung

Alle Folgen zum Herunterladen

Dennis & Kim - Der Trailer | Trailer herunterladen (mp3, 1,66 MB)

Folge 1: Und Bäng! | 6 Min. 04 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 8,34 MB)
Folge 2: Falsche Seite | 4 Min. 46 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 6,55 MB)
Folge 3: Vollmacke | 5 Min. 57 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 8,18 MB)
Folge 4: Bekenntnisse | 6 Min. 01 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 8,26 MB)
Folge 5: Es knallt | 5 Min. 17 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 7,26 MB)
Folge 6: Versöhnung | 5 Min. 11 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 7,12 MB)
Folge 7: Fliegen | 5 Min. 26 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 7,48 MB)
Folge 8: Im Bett mit Nazis | 6 Min. 04 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 6,55 MB)
Folge 9: Guten Abend Frau Baumann | 4 Min. 35 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 6,30 MB)
Folge 10: Nur noch einmal | 6 Min. 53 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 9,46 MB)
Folge 11: Du bist raus! | 4 Min. 37 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 6,35 MB)
Folge 12: Komm zurück | 6 Min. 33 Sek. | Folge herunterladen (mp3, 8,99 MB)

 

VSB NRW 2020

VS Bericht NRW 2020

NRW-

Verfassungsschutzbericht

2020 (>PDF)

Nora Hespers

Nora Banner

Ein Blog über das Leben des Widerstandskämpfers Theo Hespers und seiner Nachfahren von Nora Hespers.

>>> zur Homepage


Screenshot Nora Hespers & Stephanie Borgert

Nazi or Resistance - the Legacy of Our Grandfathers | Nora Hespers & Stephanie Borgert | TEDxMünster |

Dauer: 17:46min

>>> zum Video auf YouTube

Interview

AfD "größte Gefahr für die liberale Demokratie in Deutschland"

"Teile der Mittelschicht haben sich radikalisiert"

 

Screenshot Verfassungsschutzchef

Screenshot web.de

Logo Web deEin Interview von Marco Fieber mit Thürigens Verfassungsschutzpräsidenten Stephan J. Kramer.

 

>>> zum Interview auf web.de 
veröffentlicht am 21.03.2020

→ weitere Interviews

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We are like the autumn´s leaves - Driven over dusty roads -

Ausschnitt Klosterkirche16 02 2018

Text: Dirk Hespers sen.

Melodie: Dirk Hespers jun.

aufgeführt am 16.02.2018

in der Klosterkapelle Franzikanerkirche St. Barbara (Mönchengladbach)

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VSB 2020

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