Theo-Hespers-Stiftung e.V.

"Die Erneuerung der
Lebensverhältnisse
ist aber nur dann praktisch
durchführbar, wenn ihr eine
neue Gesinnung zu Grunde liegt."
Theo Hespers 1938

04.09.2010 - Stadtrundfahrt "Kriegerdenkmäler als Sinnstifter in unsicheren Zeiten"

Denkmal auf dem SchillerplatzMan schätzt, dass es in der Stadt Mönchengladbach fast 100 Kriegerdenkmäler gibt für Gefallene der Kriege seit dem 19. Jahrhundert. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf die Gefallenen des I. Weltkrieges. In den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand eine Flut von Denkmälern der unterschiedlichsten Art in Gebäuden und auf Plätzen, die dem Kriegstod einer bislang vollkommen unbekannt großen Zahl von jungen Menschen ein Andenken und einen positiven Sinn zu geben suchten. Heute können wir uns anhand dieser Zeitzeugnisse ein recht realistisches Bild davon machen, wie die Menschen damals die Katastrophenerfahrungen des massenhaften Todes insbesondere des I. und II. Weltkrieges zu verarbeiten suchten. Dabei stehen unterschiedlichste Sinndeutungen in Konkurrenz zueinander. Ob Kriegsveteranen, Kirchengemeinden, Stadträte, Behörden oder Nachbarschaften ein Denkmal errichteten, jede Gruppe vermittelte ihre eigene Sinnbotschaft an die künftigen Betrachter des Denkmals.

Die Theo-Hespers-Stifung e.V. lud am 4. September 2010 zu einer kostenlosen Stadtrundfahrt zu ausgesuchten historischen Kriegerdenkmälern in Mönchengladbach und Rheydt ein. Unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Karl Boland konnten die Teilnehmer ca. 3 Stunden anhand zahlreicher prägnanter Beispiele die große Spannbreite einmal der künstlerisch-stilistischen aber auch der weltanschaulich-politischen Ausdrucksweisen kennen lernen. Diese reichen von sehr christlich-frommen bis hin zu chauvinistischen und nationalsozialistischen Motiven.